© 1993 Gernot L. Geise
Zeit-Diskrepanzen
Heutige wissenschaftliche Erkenntnisse sind bereits
morgen überholt. Das sehen wir täglich. Das geht heute wirklich mit einem
derart rasanten Tempo, dass Lehrbücher aus den siebziger Jahren bereits heute
total überholt sind. Beispielsweise wird die Entstehung des Universums und der
Erde von der Wissenschaft immer weiter hinausgeschoben. Praktisch von Jahr zu
Jahr um einige weitere Millionen (Milliarden?) Jahre zurück in die
Vergangenheit.
Ich habe das Gefühl: Unsere Wissenschaftler raten nur,
bis sie sich irgendwann sagen: So könnte es gewesen sein, so klingt es
glaubhaft. Als Tatsache können die von ihnen aufgestellten Theorien nicht
akzeptiert werden, weil eben zu diesem Zeitpunkt niemand Augenzeuge war. Ebenso
verhält es sich mit der Evolution. Die ganze, von unseren Wissenschaftlern
vertretene Evolutionsgeschichte ist nur eine Theorie! Und auf der einen Theorie
baut die nächste auf und darauf wieder die nächste. Es ist nichts, aber auch
gar nichts, bewiesen! Es wird Zeit, dass wir die unterste Theorie widerlegen.
Dann kracht das ganze hübsche Lügen-Theorien-Gebäude der
Vergangenheitsentwicklungswissenschaftlerzunft endlich mit lautem Getöse
zusammen.
Ich persönlich sehe keinen Grund, die unlogische
Evolutionstheorie unserer Wissenschaftler zu glauben. Da lobe ich mir die
Theorie von François de Sarre (1), wonach der Mensch sich nicht aus einem
affenähnlichen Tier entwickelt habe, sondern umgekehrt, der Affe ein Nebenzweig
des ursprünglich aufrecht gehenden Urmenschen sei. Herr Sarre (es gab übrigens
in den 20er Jahren weitere Wissenschaftler, die diese Theorie vertraten) hat
seine Theorie in sich völlig logisch aufgebaut, und sie hat zumindest die
gleiche Daseinsberechtigung wie die „offizielle“ Affentheorie.
Damit komme ich zu den Zeiten. Wie ich oben schrieb,
werden alle möglichen Ereignisse von der Wissenschaft immer weiter in die
Vergangenheit hinausgeschoben. Auch dem kann ich nicht zustimmen. Es ist in
meinen Augen ein einziges bequemes Weglaufen und Augenverschließen. Klar, je
weiter Sintfluten und andere Katastrophen zurückgeschoben werden nach
„Weitfortistan“ (2), umso beruhigter kann man sich fühlen, dass heute so etwas
nicht mehr passieren kann, es liegt ja soooo weit zurück. Der Velikovsky (3)
spinnt wohl - Katastrophen in geschichtliche Zeiten hochzuziehen! Heute gibt es
doch keine Katastrophen vorzeitlicher Ausmaße mehr ...! Es lässt sich herrlich
um Tage streiten (die der Kalenderfälscher Papst Gregor der „Große“ einfügte),
damit man bloß nicht an die Jahrhunderte (und Jahrtausende) geht (4). Doch die
Zeiten stimmen nicht hinten und nicht vorne. Die Erdkruste hat sich nicht vor
Millionen und Milliarden von Jahren gebildet. Das ist ein Märchen moderner
Machart. Wenn das wirklich so wäre, und das müsste eigentlich jedem logisch
denkenden Menschen klar sein: Wenn unsere Erde wirklich so alt wäre, dann wäre
sie heute völlig rund, ohne jedes Gebirge, ohne jeden Hügel. In solchen
vorgegebenen Millionen-Zeiträumen hätte die Natur und die Erosion alles, aber
auch restlos alles eingeebnet. Ich verlasse mich hier nicht auf
„wissenschaftliche“ Untersuchungen, sondern auf Beobachtungen, die jeder selbst
nachprüfen kann. Wenn man sich beispielsweise unsere Alpen mit offenen Augen
anschaut, wie sie sich von Jahr zu Jahr, langsam, aber sicher, auflösen, wie
ganze Gebirgshänge innerhalb von ein, zwei Jahren abrutschen, dann ist es ein
reines Rechenexempel, sich auszumalen, wie lange es noch dauert, bis sie flach
sind. Sicher, es wird noch ein paar tausend Jahre dauern, aber bestimmt nicht
viel länger! Und das nicht nur wegen unserer so genannten Umweltverschmutzung.
Man beobache nur einmal, was passiert, wenn die Natur Regenwasser in Felsritzen
einsickern lässt, das (im Winter) dann friert (und das passiert Jahr für Jahr
immer wieder aufs Neue). Es sind zwar nur ein paar Zentimeter, die so jährlich
zerstört werden, doch gegen das auf Dauer hierdurch erzielte Ergebnis sind
Presslufthämmer Spielzeuge.
Und ebenso sieht es in der anderen Zeitrichtung aus. Es
können keine Millionen Jahre gewesen sein, seit sich die Alpen bildeten. Wie
gesagt, sie wären schon wieder weg. Wenn sie alt sind, sind sie vielleicht ein
paar tausend Jahre alt! (5)
Ebenso sieht es mit der Überflutung Europas aus. Bei
Weinheim (Alzey) wurden Haifischzähne und Muscheln gefunden6, bei Wüllen
(Ahaus, Westfalen) Seeigel (7), bei Kühnring in Österreich hat man
Seekuhskelette und Delphine gefunden (8), von den unzähligen Muscheln auf den
höchsten Bergen einmal ganz zu schweigen. Doch: Die verstrichene Zeit war so
kurz, dass keine Versteinerung eintreten konnte! Das heißt nicht mehr und nicht
weniger, als dass die „Sintflut“ von unserer heutigen Zeit zurückgerechnet vor
höchstens 1000 bis 2000 Jahren stattfand! (Nein, nicht erschrecken, das passt
durchaus, wenn wir nur die uns von der Kirche untergeschobenen 1000 zu viel
geführten Jahre wieder aus der Geschichte herausziehen.)
Ebenso verhält es sich mit der Menschheitsentwicklung.
Die Herausbildung der Intelligenz kann keine rund fünfunddreißigtausend Jahre
gedauert haben (9). Der angeblich älteste Vorfahr des Menschen, „Lucy“, wird
auf 3,2 Millionen Jahre geschätzt (10). Das ist wissenschaftlicher Schwachsinn
der höchsten Güteklasse. Dagegen könnte die Bibel durchaus recht haben mit
ihrer Schöpfungsgeschichte, dass der Mensch rund -4000 erschaffen worden sei.
Dies ist ja bekanntlich eine derjenigen Zeitvorgaben, die immer und überall
verlacht wurden und werden, weil sie angeblich nicht stimmen können: Die
Wissenschaft gibt ja schließlich ganz andere Zeiträume vor (11). Doch die
Wissenschaft will uns ja auch glauben lassen, die Menschheit hätte sich bis vor
rund 150 Jahren so gut wie gar nicht entwickelt, und von da ab raketengleich
... Jeder kennt diese Diagrammkurve. So ein Schwachsinn. Die Entwicklung ging
IMMER in genau dem gleichen Tempo vor sich. Es gibt überhaupt keinen einzigen
Grund, warum es nicht so gewesen sein sollte (12). Und letztendlich gibt es
glücklicherweise auch Wissenschaftler, die sich Gedanken darüber machten, dass
Vorzeitmenschen mit dem gleichen Gehirnvolumen wie unsere heutigen Mitmenschen
eigentlich genauso intelligent wie wir gewesen sein müssten ... Intelligent ja.
Aber dumm geblieben, bis vor 150 Jahren? Nur, will man die Entwicklungskurve
gleichmäßig verlaufen lassen, so muss man die langen, angeblichen Zeiträume
zusammenstreichen. Und dann bleibt plötzlich eine Entwicklungszeit von nur noch
rund 5000 Jahren übrig. Nein, bitte nicht mit „datierten“ menschlichen Funden
kommen, die angeblich älter sind. Es gibt sie nicht (13).
Die Datierungen nach der 14C-Methode und der hochgelobten
Dendrochronologie hat u. a. Dr. Heribert Illig ja bereits nachhaltig ad
absurdum geführt (14). Doch da es leider keine verlässlichen Datierungsmethoden
gibt, bleibt man bei den erratenen Datierungen.
Alle „wissenschaftlich“ angegebenen Daten stammen von
Historikern und wurden „nur“ nach Augenschein vergeben („Ätsch! Mein Fund ist
älter als deiner! Und außerdem ist dieser Knochen so und so gebogen, er muss
halt so und so alt sein.“). Da haben Archäologen selten ein Wort mitzureden und
distanzieren sich oft genug von den unrealistischen Historiker-Zeitangaben.
Dann taucht natürlich wieder die Frage auf, woher der
(intelligente [?]) Mensch kommt. Und hier kann man wiederum nur die Fantasie
spielen lassen oder Daten und Fakten wie eins und eins zusammenzählen, und da
kommen mit einiger Wahrscheinlichkeit wieder unsere lieben Außerirdischen ins
Spiel, oder vielmehr: Die sind wir selbst. Doch das ist momentan zu viel der
Spekulation. Bevor wir einmal an diesen Punkt angelangen, müssen wir unsere
dazwischenliegende Geschichte erst einmal gründlich aufräumen.
Aufruf
Leute, geht mit offenen Augen durch die Welt! Setzt euch
mit widersprüchlichen Meinungen auseinander! Auch wenn man nicht mit jedem
Punkt übereinstimmen kann, es gibt immer irgendwelche Anhaltspunkte, die zu
neuen Überlegungen führen. Und selbst, wenn man „nur“ versucht, eine Behauptung
zu widerlegen, und dadurch andere Quellen durchforstet, um auf diese Weise zu
neuen Ergebnissen zu kommen - oder auch nicht -, es ist eminent wichtig, dass
man sich überhaupt Gedanken darüber macht. Denn nur so kann man zu neuen
Erkenntnissen kommen, und nicht, wenn man vorgekaute Meinungen kommentarlos
konsumiert.
Anmerkungen
1 EFODON NEWS 6/1992 und 11/1992.
2 Wortschöpfung von Karl May.
3 Immanuel Velikovsky: „Welten im Zusammenstoß“
u. a. m.
4 Zitat aus: T. Riemer: „Was stimmt nicht mit
unserer Zeitrechnung?“ in EFODON NEWS 12/1992.
5 Nach offizieller Angabe sollen sich die Alpen vor
etwa 150300 Millionen Jahren aufgefaltet haben (Brockhaus).
6 Zwei Stück davon befinden sich im Besitz des
Autors.
7 Ein Stück befindet sich im Besitz des Autors.
8 Thomas Riemer: „Das Krahuletz-Museum zu Eggenburg
oder: Die Seekühe von Kühnring“ in: MYSTERIA 87/1990, S. 23.
9 Bei Burgos (Spanien) wurden fossile „menschliche“
Knochen entdeckt. Man schätzte das Alter auf 250.000 bis 300.000 Jahre. Zu
welcher „Menschen“-Gattung sie gehören, weiß man noch nicht. (Bild der
Wissenschaft # 1/1990, S. 9).
In China (Hexian, Provinz Anhui) wurde ein Homo
erectus-Schädel entdeckt, der nach neuesten Datierungen 150.000 bis 200.000
Jahre alt sein soll. Im Gegensatz dazu fand man bei Jinniushan im Nordosten
Chinas einen Homo sapiens-Schädel, der auf 280.000 Jahre geschätzt wurde. Es
wird eingeräumt, dass die Altersbestimmungen eventuell falsch sind. (Bild der
Wissenschaft # 2/1990, S. 119).
10 Sie befindet sich als Kopie im Frankfurter
Senckenberg-Museum. Diese ca. 1,10 m großen Affen als „Menschen-Vorfahren“
hinzustellen, ist schon eine besondere Frechheit.
11 Nur vergisst man dabei, sich die
wissenschaftlich rekonstruierten „Menschen“ mal genauer anzusehen: Wie Menschen
sehen sie nicht aus, aber sie haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit Affen.
Wir sehen sie an und staunen: Oooh! Unsere Vorfahren! Sind unsere heutigen Affen
etwa Menschen, nur weil sie uns entfernt ähnlich sehen?
12 abgesehen von einigen Rückschlägen, bedingt
durch Katastrophen, Seuchen, Kriege u. a. m.
13 Wir reden hier von „Menschen“ und nicht von
menschenähnlichen Affen oder affenähnlichen Menschen-Vorfahren.
14 Illig, H.: „Morsches Gebälk“ in:
Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart 1/89, S. 21.
„Der Schuß nach hinten: C14 und das Turiner Grabtuch“, VFG 1/89, S. 24.
„Dendrochronologische Zirkelschlüsse“, VFG 3/91, S. 125 usw.
(Veröffentlicht in EFODON NEWS
Nr. 17/1993)