Hochkulturen im
Tertiär?
(c) 1994 Horst Friedrich, veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 2/1994
Soeben ist ein Buch
erschienen, das unsere schulwissenschaftlichen Ammenmärchen über die Vor- und
Urgeschichte des Menschen dorthin befördern wird, wo sie schon lange hingehören:
nämlich in den Papierkorb der Weltgeschichte für ideologische Mache und
scholastischen Mumpitz. An dem voluminösen, höchsten akademischen Standards
gerecht werdenden Magnum opus von Michael Cremo und Richard Thompson
(1) wird zukünftig mehr vorbeizukommen sein. Alle jene, die primär gar nicht
die Wahrheit suchen, sondern apriorische Ideologien rechtfertigen wollen,
werden an diesem Felsen unweigerlich Schiffbruch erleiden.
Mit einem
ungeheuerlichen Arbeitsaufwand an Recherchen sind die Autoren der Ausgrabungsgeschichte
sämtlicher prähistorischer Menschenfunde nachgegangen, und zwar den von der
Schulwissenschaft letztlich akzeptierten - und in ihr offiziell propagiertes
Weltbild inkorporierten - Funden ebenso, wie den von ihr verworfenen. Sie sind
dabei ähnlich vorgegangen wie Gunnar Heinsohn (2) mit seiner kritischen
Überprüfung der stratigrafischen Ausgrabungsergebnisse bei den „Tells’’ des
Nahen Ostens.
Das Ergebnis der
gründlichen Recherchen und scharfsinnig-kritischen Überlegungen von Cremo &
Thompson lässt sich in knappen Worten, aber unser vorgeschichtliches Weltbild
umstürzend, mit folgenden Punkten umreißen:
1. Dem heutigen
Menschen völlig gleichende Individuen des Homo sapiens lassen sich mindestens
bis zum Anfang des Tertiär-Zeitalters zurückverfolgen. Gewisse Funde deuten darauf
hin, dass „wir’’ auch bereits Zeitgenossen der Saurier waren.
2. Über diesen enormen
Zeitraum hinweg lassen sich keinerlei Anzeichen für eine (körperliche)
Evolution des Menschen im Sinne von Darwin erkennen.
3. Parallel zum
anatomisch modernen Menschen existierten, durch alle diese geologischen Perioden
hindurch, auf unserem Planeten auch die verschiedensten Arten von Menschenaffen,
„Affenmenschen", Vor- oder Halbmenschen, von denen letztere teilweise bis
heute in einsamen Regionen überleben (3).
4. Eine gewisse Anzahl
von Funden - typisch etwa eine goldene Kette aus einer Karbon-Formation -
deuten darauf hin, dass auch in weit zurückliegenden Erdzeitaltern schon hochentwickelte
Zivilisationen auf unserem Planeten existierten.
Die im übrigen
unendlich verdienstvolle Arbeit von Cremo & Thompson hat zwei ins Auge
springende Schwachpunkte, zwei Punkte fehlen, die in einem solch epochalen Opus
über diesen Gegenstand eigentlich unbedingt hätten behandelt, zumindest erwähnt
werden müssen: nämlich die Kataklysmen und die Frage, wie fundiert eigentlich
unsere Vorstellungen über die Zeitalter der geologischen Perioden sind (4).
Wenn hochentwickelte
Zivilisationen auch schon in vergangenen geologischen Perioden auf unserem
Planeten existiert haben und wir, zumindest auf der Erdoberfläche, heute keine
Spur mehr von ihnen finden können, dann kann das seine Ursache nur in den
unbezweifelbaren vor- und frühgeschichtlichen Kataklysmen haben. Die
verdienstvolle Pionierarbeit von E. Spedicato zeigt, warum nichts mehr
zu finden ist (5). Er schreibt zu den zivilisationsvernichtenden Folgen eines
Planetoiden-Impakts: „Kein Bauwerk entging der Vernichtung durch die Tsunamis
und das ihnen vorauseilende Erdbeben; in dieser Größenordnung legt ein Tsunami
eine Stadt nicht nur in Trümmer, sondern trägt diese Trümmer auch in weite
Entfernung, sodaß praktisch keine Spur mehr übrigbleibt’’ (6).
In goldhaltigen
tertiären Kiesgeröll-Ablagerungen in Kalifornien fand man neben Steinwerkzeugen
auch Objekte, die vom vorzeitlichen Menschen handwerklich-künstlerisch bearbeitet
waren. Man kann die Schwere der Kataklysmen ahnen, wenn man ein Bild
betrachtet, das Cremo & Thompson, aus einer 1899er Veröffentlichung, in
ihrem Buch abdrucken, und das nachstehend wiedergegeben ist (7).
Es verdient als
unbestreitbares Ergebnis der Recherchen von Cremo & Thompson festgehalten
zu werden: Das uns von der schulwissenschaftlichen Vorgeschichtsforschung präsentierte
Weltbild zur Entwicklung des Menschheitsgeschlechtes ist reine Mache, wie man
das so zu nennen pflegt. Einmal mehr wird an diesem Beispiel der Fluch der
westlichen Kultur offenbar: die durchaus einer Sucht gleichkommende
Abhängigkeit von Ideologien. Es sollte, aus welchen Motiven auch immer, der
Allgemeinheit die apriorische Ideologie des Darwinismus aufoktroyiert werden,
und so wurden eben die Ausgrabungsergebnisse so selektiert und manipuliert,
dass das Ganze für unkritische Geister glaubhaft wirkte. Dank Cremo &
Thompson können wir die Manipulanten sogar bei ihrer Arbeit beobachten. Vor Lug
und Trug, typisch für Ideologien, wurde durchaus nicht zurückgeschreckt.
Tuolumne Table
Mountain, Kalifornien.
Sonderbarerweise
verlieren Cremo & Thompson, obwohl sie ein Kapitel über „Beweise für
Hochkulturen in weit zurückliegenden Zeitaltern’’ haben, kein Sterbenswort
darüber, dass in der Tat in altindischen Sanskrit-Werken von dergleichen die
Rede ist. Dort erfahren wir von vorgeschichtlichen Luft- und Raumfahrzeugen,
auch den unseren haushoch überlegenen Superwaffen, deren Einsatz mitunter sogar
die Natur durcheinander bringt. Es ist dies ein Schlüssel-Faktum, das auch
unsere sektiererhafte Scheuklappen-Scholastik nicht hinwegleugnen oder
hinwegdiskutieren kann. Es soll nur darum nicht wahr sein, weil es nicht in die
Ideologie passt, die man uns aufoktroyieren will!
Bedauerlicherweise ist
bisher zu dem Schlüssel-Problemkomplex „Hochkulturen vor den Kataklysmen’’,
zumal die Schulwissenschaft aus ideologisch-scholastischen Gründen ihrer
Pflicht auch hier wieder einmal nicht nachkommt, kaum eine wirklich gründliche
und verlässliche Arbeit vorgelegt worden. Solange dies nicht geschehen ist,
muss allen Aussagen dazu notwendigerweise etwas letztlich noch
Unbefriedigendes, Versuchsweises und Provisorisches anhaften. Was wir bisher haben,
ist - bei aller Verdienstlichkeit - zu unkritisch. Auch ist viel zu wenig harte
Arbeit investiert worden.
Die neueste
Zusammenfassung einschlägigen Materials über die altindischen Quellen zu prähistorischen
Luft-/Raumfahrzeugen (Vimanas) und Superwaffen findet sich bei David
Childress (8), aber sein Buch enthält für unsere Zwecke zu viel
spekulativ-phantastisches oder aus okkult-esoterischen Quellen stammendes
Material. Childress zitiert auch aus einem lesenswerten Werk D. K. Kanjilals
(9). Langjährigen Beobachtern der „UFO-Szene’’ wird das meiste davon
allerdings bereits von der seinerzeit einen Meilenstein darstellenden und -
weil geordneter und weniger flüchtig - Childress vorzuziehenden Präsentation
von Desmond Leslie (10) her bekannt sein.
Zwei gedankliche
Haupt-Hindernisse, die einer vorurteilslosen und fruchtbaren Behandlung des
Problemkomplexes „Hochkulturen vor den Kataklysmen’’ im Wege stehen, gilt es
aus dem Wege zu räumen. Einmal ist da das öfter blindlings wiedergekäute Argument,
wenn man einmal ein archäologisch ergrabenes Vimana, einen prähistorischen
Lastwagen oder Kurzwellenempfänger mit eigenen Augen gesehen habe, dann werde
man „glauben“, an Jahrzehntausende zurückliegende Hochkulturen nämlich. Der es
ausspricht verrät, dass er sich keinen Begriff von der Gewaltigkeit der
Kataklysmen macht. Ein Blick auf die oben wiedergegebene Skizze von Tuolumne
Table Mountain und das Zitat von Spedicato können ihm vielleicht weiterhelfen.
Und was das Sub-Argument angeht, es könne doch von solchen hypothetischen
prähistorischen Hochkulturen nicht alles verschwunden sein, von den Sauriern
etwa finde man ja auch Überreste, so erweist es sich ganz einfach als nicht
richtig zu Ende gedacht. Man hat ja in der Tat Funde gemacht, die in diese Richtung
deuten, wie die - keineswegs erschöpfende - Aufzählung im Kapitel „Beweise für
Hochkulturen in weit zurückliegenden Zeitaltern’’ bei Cremo & Thompson
zeigt. Aber es sei zugegeben und wiederholt: hier muss noch viel harte Arbeit
investiert werden.
Das zweite
Haupthindernis ist das Zufluchtnehmen zu der bequemen These, es handele sich
bei derartigen Funden mitnichten um Überreste prähistorischer Hochkulturen,
sondern um von extraterrestrischen Zivilisationen stammende Artefakte. Nun soll
zwar die reale Möglichkeit einer Kontaktaufnahme extraterrestrischer
Zivilisationen mit der Erde-Menschheit keineswegs a priori abgestritten sein.
Aber wie sieht es mit auch nur halbwegs überzeugenden Beweisen für obige These
aus? Der Verfasser meint, es ist bisher nur eine Behauptung, ohne die Spur
eines Beweises.
Da Cremo &
Thompson uns ja nun auch die Augen geöffnet haben darüber, dass der Mensch in
seiner heutigen Erscheinungsform schon seit unermesslichen Zeitaltern, durch
alle Erdumwälzungen hindurch, auf unserem Planeten gelebt hat, will es im
übrigen - von der ihm nun einmal eigenen Intelligenz her - gänzlich
unglaubwürdig erscheinen, dass er all diese riesigen Zeiträume hindurch nicht
immer wieder erfolgreich versucht haben sollte, eine höhere Kultur hervorzubringen.
Aus diesem Blickwinkel gesehen sind also prähistorische hochentwickelte
Zivilisationen, lange vor Eiszeiten und der Tollmannschen Sintflut um -7550
(11), unbedingt zu erwarten.
Da Alexander
Tollmann Geologie-Ordinarius in Wien und korrespondierendes Mitglied der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften ist, kann man im übrigen sagen, dass mit dem Tollmannschen
Sintflut-Buch der Katastrophismus des großen Cuvier wieder in die Hallen
akademischer Respektabilität zurückgekehrt ist, aus denen er durch die
Lyellsche Ideologie vertrieben worden war. So scheint nun der richtige
Zeitpunkt gekommen zu sein, sich eines weiteren großen nonkonformistischen
Forschers zu erinnern, der behauptete, eine von gewaltigen Erdumwälzungen
verschüttete Hochkultur ausgegraben zu haben: William Niven (1850-1937).
Niven fand 1911, auf
dem Stadtgebiet des heutigen Mexico City, unter Vulkanasche und zehn Metern
Kies und Lehm eine prähistorische, offensichtlich Kataklysmen zum Opfer gefallene
Stadt (12). Ein Wiederauffinden der Nivenschen Artefakte und Grabungsberichte
könnte wohl ein entscheidendes Licht auf die Datierung und näheren Umstände der
spätprähistorischen Kataklysmen werfen. In einem Brief vom 13.6.1980 an den
Verfasser bestätigte zwar der Kurator des American Museum of Natural History,
Gordon Ekholm, dass viele der von Niven ausgegrabenen Artefakte, auch
Tagebücher und Fotos noch in der Verwahrung des Museums seien. Es wurde bisher
aber nicht nachgeforscht, ob sich darunter auch die Überreste von dieser
speziellen Nivenschen Ausgrabungsstätte befinden. Momentan lässt sich also
nicht sagen, in welchem Erdzeitalter diese Stadt - und die Zivilisation, von
der sie ein Teil war - existiert haben könnte.
Die Nivensche
Entdeckung muss vielleicht im Zusammenhang gesehen werden mit dem Befund eines
unermüdlichen, heute schon über 90-jährigen scharf-beobachtenden
Außenseiter-Forschers in Kalifornien, Allan Kelly, der in den
Weststaaten entlang der Pazifikküste der USA unbezweifelbare Spuren eines
gigantischen, spät-prähistorischen Kataklysmus nachweisen konnte (13). Die Forschungsergebnisse
Kellys werden bestätigt und noch an Eindrücklichkeit übertroffen von denjenigen
eines Brieffreundes des Verfassers, Evan Hansen, der in den Gebirgen und
Canyons Utahs und der angrenzenden Staaten den nämlichen Kataklysmen auf der
Spur ist (14).
Es verdichten sich
also die Hinweise, dass auf unserem Planeten uralte Hochkulturen in der Tat
existiert haben könnten, die aber dann wohl wieder durch gewaltige Kataklysmen
so gänzlich vernichtet oder verschüttet wurden, dass heute praktisch keine Spur
mehr von ihnen zu finden ist. Unter diesem Blickwinkel gesehen ist auch die
Möglichkeit a priori nicht von der Hand zu weisen, dass etwa unter den
gewaltigen, angeblich „der Eiszeit’’ geschuldeten Kiesablagerungen des Alpenvorlandes
oder Norddeutschlands hie und da Überreste prähistorischer Hochkulturen zu
finden sein könnten. Gleiches gilt für die überall auf der Erde verbreiteten
Lößablagerungen.
Hier tut sich also
ein weites Betätigungsfeld für den engagierten Außenseiter-Forscher auf! Wir
sollten aufmerksamer als bisher Kiesgruben besuchen, Konglomeratwände
betrachten, Sand-, Lehm- und Lößablagerungen studieren. Da wir mit
prähistorischen Riesen-Tsunamis zu rechnen haben, die etwa auch die Alpen überfluteten,
könnten Artefakte von weither in unsere Kiesablagerungen gelangt sein.
Inkompatibel mit dem
hier, sehr versuchsweise und provisorisch, vorgetragenen Szenario präkataklysmischer
Hochkulturen erscheint zweifellos die von Gunnar Heinsohn und Heribert
Illig vertretene These, dass es vor etwa -1000 keinerlei Hochkultur auf
unserem Planeten gegeben habe (15). Dieses „Weltbild’’ wird zu revidieren sein.
Der Verfasser vermutet, dass das, was diese beiden im übrigen so
verdienstvollen Nonkonformisten als Anfang sehen, zwar in gewissem Sinne ein
solcher ist, aber eben wohl nur der Anfang - nach zivilisationsvernichtenden
Kataklysmen - eines neuen Zyklus in der unvergleichlich längeren Geschichte des
Menschengeschlechtes.
Anmerkungen
(1) Michael A Cremo
& Richard L. Thompson: „Forbidden Archeology’’, San Diego/Kalifornien 1993.
(2) hierzu etwa: Gunnar
Heinsohn: „Die Sumerer gab es nicht’’, Frankfurt/Main 1988.
(3) hierzu etwa das
unentbehrliche Standardwerk von Ivan Sanderson: „Abominable Snowmen: Legend
come to Life’’, Philadelphia/New York 1961.
(4) hierzu etwa: Horst
Friedrich: „Häretische Betrachtungen zu Kontinentalverschiebungen und Eiszeitende’’
in: Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart, Nr. 2/1992.
(5) Emilio Spedicato: ,,Apollo Objects, Atlantis and the Deluge: A
Catastrophical Scenario for the End of the Last Glaciation", in: Neara
Journal, Vol XXVI/No. 1-2, 1991.
(6) Spedicato, op. cit., S. 14.
(7) Cremo & Thompson, op. cit., S. 370.
(8) David H. Childress: ,,Vimana Aircraft of Ancient India &
Atlantis’’, Stelle/Illinois 1990.
(9) Dileep Kumar Kanjilal: ,,Vimana in Ancient India’’, Calcutta 1985.
(10) George Adamski
& Desmond Leslie: „Flying Saucers Have Landed’’, New York 1953 (Kap. 7-12
dieses umstrittenen Buches).
(11) Alexander &
Edith Tollmann: „Und die Sintflut gab es doch’’, München 1993.
(12) Diese Entdeckung
wurde auffällig hartnäckig übersehen, vielleicht auch, weil darüber nur in
einem sehr umstrittenen Buch berichtet wurde: James Churchward: „The Lost
Continent of Mu’’, London 1959. Von dort (S. 229) stammt auch die hier
wiedergegebene Skizze, wobei es unklar ist, ob sie von Niven oder von seinem
Freund Churchward stammt. Churchward gibt seitenlang (S. 230-239) Nivens
Ausführungen zu dieser Ausgrabung wieder, ohne seine Quelle zu benennen.
(13) Allan O. Kelly:
„Impact Geology’’, im Selbstverlag gedruckt, Encinitas/Kalifornien 1985. Die
Anschrift des Autors: P. O. Box 1065, Carlsbad/California 92018 (USA).
(14) Die Forschungen
Evan Hansens wurden bisher nicht veröffentlicht. Der Verfasser besitzt aber eine
größere Zahl Hansenscher Farbfotos, die ähnliche Überzeugungskraft wie die
zahlreichen Farbfotos im Kellyschen Opus haben.
(15) hierzu etwa:
Gunnar Heinsohn: op. cit. 1988; ders.: „Wie alt ist das Menschengeschlecht?’’,
Gräfelfing 1991; Heribert Illig: „Die veraltete Vorzeit’’, Frankfurt/Main 1988.