Wer waren die Unterägypter?
(c) 1995 Hartwig Munt, veröffentlicht in EFODON-NEWS Nr. 27/1995
Die EFODON-DOKUMENTATION DO-13 "König Narmer und der Sphinx von Gise" ist in der Beweiskette um einen Punkt reicher geworden. Im Buch "Tal der Könige’’ (Weltbild 1995, von Erik Hornung, Ordinarius für Ägyptologie an der Uni Basel) sind die vier "Rassen" Ägyptens im Grab von Sethos I. in Farbe dargestellt (siehe oben).
Angeführt werden sie von einem Ägypter (Hautfarbe gelb), danach folgen ein Asiate (Haut weiß, Haar schwarz), ein Nubier (ganz schwarz) und zum Schluß vier Libyer (Haut weiß, Haar blond-braun). Letztere waren jene, deren Skelette als Cro-Magnon in vorgeschichtlicher Zeit bis in die eiszeitliche Frühzeit der Jahre -12.000 in der Dordogne, Frankreich gefunden worden sind. Sie haben sich bis ins Nildelta ausgedehnt.
Gott Horus und damit auch Pharao Narmer waren diesem Volk zugehörig. Im Mythos heißt es, Horus schmückte sich nach seinem Sieg in Nechen mit zwei Maat-Federn. Diese trugen die Libyer noch zu Zeiten von Sethos I., also um das Jahr -1.300.
Zwar ließ Sethos I. in seinem Grab die "Rassen" von einem Ägypter anführen, denn sie waren ja die Mehrheit im Staate, doch tauchten gleich vier Libyer im Gefolge auf, zwar als letzte, doch wegen ihrer Mehrzahl - nämlich vier - als wichtigste. Sie herrschten vom letzten Glied der "Rassenkette" aus und stellten die Intelligenz (= Imhotep, Hem Iun, Anch-haf), doch die Krone trug der Ägypter (= Cheops).
Narmer gründete die Stadt Memphis, die genannt wurde "die Waage der beiden Länder" (Westendorf, DO-13, Lit 7). Memphis lag an der Schwelle zweier Länder, Unter- und Oberägypten, unterschiedlicher "Rassen", und deswegen wurde über die gesamte Geschichte Ägyptens 3.000 Jahre lang der Bundesstaat gepflegt und aufrechterhalten (siehe DO-13, Seite 6, Anm.l). Das kennzeichnet sehr kluge, geschickte Staatsmänner und erinnert an Charles de Gaulles "Europa der Vaterländer".
Die Rote Krone Unterägyptens war dann nicht die ehemalige Wüstenkrone des Seth, sondern eine Fremdlandkrone. Alternative a) (in der DO-13) dass Seth mit seiner Schwester Isis ‘‘brüderlich’’ teilte, scheidet somit aus. Nun wird es sich bei der Gefolgschaft des Horus um das Volk aus der Sage von Atlantis gehandelt haben.
In Memphis wurde der Gott Ptah verehrt. Er hat die Welt mit ‘‘Herz und Zunge" erschaffen, wie es in den Hieroglyphen heißt. Das bedeutet gemäß der Ägyptologen, er habe die Welt mit seinem Verstand, also als Intellektueller geschaffen. Er wurde auch stets als Mensch dargestellt.
Den Mythos um die Reichseinigung kann man mit unseren heutigen nüchternen Worten zusammenfassen: Das Reich Oberägypten mit seinem Bauernkönig Osiris wurde von dem Wüsten- und Savannenkönig Seth erobert. In das entstehende Machtvakuum drangen die Unterägypter mit ihrem König Horus vor und eroberten Oberägypten. Sie erzwangen die erste Reichseinigung. Der Name des geschichtlichen Königs, der diese Tat vollbrachte, war Narmer. Er wurde zu Gott Horus verklärt. Mit ihm endete damit das mythologische Gottkönigtum und wurde ein irdisches Königtum, welches dann im Lauf der Geschichte immer wieder versuchte, die göttliche Abstammung zu begründen. Noch heute ist es in arabischen Ländern üblich, die Abstammung und den Stammbaum bis zu Mohammed und Allah zurückzuführen.
Memphis lag an der Schwelle zwischen Ober- und Unterägypten. Die älteste Religion und Kosmologie Oberägyptens stammte aus Hermopolis (griech.) = Schumu (ägypt.) = Stadt der acht Urgötter. Die älteste Religion und Kosmologie Unterägyptens stammte aus Heliopolis (griech.) = On (bibl.) = Annu (ägypt.). Alles, was mit der Farbe weiß zusammenhängt, hatte mit Annu zu tun. Annu war auch der Urgott Sumers (Vorgeschichte Sumers um -3500). Die wörtliche Übersetzung der Sumerer heißt "die weißen Wächter". Der weiße Tura-Kalkstein, mit dem die Cheops-Pyramide verkleidet gewesen sein soll, heißt ägyptisch Anu. Die Stadt On = Annu bedeutet die weiße heilige Stadt. Der Hohepriester von Heliopolis heißt Annu, und seine Hieroglyphe ist

Letztlich war die Krone Oberägyptens weiß.
Kein Wunder also, dass die Suche nach Atlantis, der Stadt mit der sagenhaften Hochkultur des weißen Mannes aus der Dordogne zur Zeit der Sintflut um etwa -8.000 immer mehr Forscher fasziniert. Sie suchen in der Geschichte vor der Geschichte, in der das kosmologische Wissen, das auch in der Cheops-Pyramide verschlüsselt ist, entstand.