Nach Amerika? Einfach treiben lassen!
© Gernot L. Geise und Ursula Römer, veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 7/1995
Volker Ritters hat in seiner Dokumentation »Poussin findet den Heiligen Gral"1 u. a. nachgewiesen, dass in einem Bild des Malers Poussin, das einen Gedenkstein mit Hirten zeigt, eine Aussage enthalten ist, die darauf hindeutet, dass zu Zeiten der Templer der kleine Seehafen La Rochelle in Frankreich ein wichtiger Ort war. Weiterhin gehe aus der bildlichen Aussage hervor, dass das Ziel der templerischen Schiffe nach Amerika zeige.
H. R. Niederhäuser schreibt in seinem Buch „Das Geheimnis des alten Turmes. Aufzeichnungen des Tempelritters Jacques de Montfaucon"2 ebenso von amerikanischen Kontakten der Templer. Auch hier spielt La Rochelle eine zentrale Rolle.
Lässt sich die These untermauern, dass die Templer bereits lange vor Columbus mit Amerika einen regen Handelsverkehr gehabt haben sollen? Spricht irgendetwas dafür, dass sie mit ihren Segelschiffen Übersee erreichen konnten? Und wie leicht oder schwer war Amerika zu erreichen?
Schaut man sich die entsprechenden Karten in den Atlanten an, dann leuchtet es ein: Der Golfstrom bewegt sich im Uhrzeigersinn von Westen nach Osten, von Amerika nach Europa, um südlicher, als Nord-Äquatorstrom, wieder nach Amerika zu fließen, und beschreibt dabei ein großes Oval (Abb. 1, 2 und 4). Ebenso verhält es sich mit den Winden. Auch der Passat bewegt sich in einem großen Oval im Uhrzeigersinn (Abb. 3) zwischen Amerika und Europa (Der Passat hat seinen Namen von der „Passage", die er relativ einfach ermöglicht). Der Passat wird allerdings erst ab etwa der Straße von Gibraltar so genannt.

Abb. 1: Meeresströmungen im Nordwinter.

Abb. 2: Meeresströmungen im Nordsommer.
Es waren also noch nicht einmal große Navigationskünste nötig, um nach Amerika und wieder zurückzusegeln!

Abb. 3: Luftdruck und Winde im Juli

Abb. 4: Klimagebiete und Meeresströmungen
Von La Rochelle („kleiner Fels") als Ausgangspunkt wird ein Schiff ziemlich exakt zur Mississippi-Mündung im Golf von Mexiko getrieben. Fährt man einige Kilometer den Mississippi hinauf, so liegt dort heute noch die Stadt Little Rock („kleiner Fels"). Haben hier ankommende Europäer (Templer?) den Namen ihres Heimathafens verewigt?
Anmerkungen
(1) Volker Ritters: „Poussin findet den Heiligen Gral. ET IN ARCADIA EGO", EFODON-DOKUMENTATION DO-17, 1994.
(2) Hans Rudolf Niederhäuser: „Das Geheimnis des alten Turmes. Aufzeichnungen des Tempelritters Jacques de Montfaucon", Basel 1980.
Quellen
Diercke Weltatlas, Braunschweig 1957/73.