Das Gedächtnis: Was ist Information?
© 1997 Gernot L. Geise; veröffentlicht in EFODONSYNESIS Nr. 21/1997
Was verstehen wir unter Gedächtnis? Wo ist es angesiedelt?
Dazu müssen wir zunächst feststellen, dass unsere hochgepriesene Wissenschaft es bis heute nicht fertiggebracht hat, diesen Begriff richtig zu definieren oder auch nur irgendeinen Nachweis erbringen zu können, was denn nun unter „Gedächtnis“ zu verstehen sei oder wo es sich etwa befindet. So wird das Gedächtnis im Lexikon (1) beispielsweise definiert als die Fähigkeit, Informationen abrufbar zu speichern, wobei die körperliche Grundlage für das Gedächtnis bei Mensch und Tier die Gesamtheit der Nervenzellen sei. Auch hier wird zugegeben, dass der Vorgang, wie diese die Informationen aufbewahrt werden, d.h. durch welche Vorgänge Erregungen zurückbleiben oder Spuren hinterlassen, noch weitgehend ungeklärt ist. Schon fast an Haarspalterei erinnert die Einteilung des menschlichen Gedächtnisses in die drei Stufen „Ultrakurzzeit“, „Kurzzeit“ und „Langzeit-Gedächtnis“, gehen diese drei willkürlich vorgenommenen Unterteilungen doch fließend ineinander über. Die Schulwissenschaft ordnet die von uns aufgenommenen Eindrücke, die sechs bis zehn Sekunden bewahrt werden, dem „Ultrakurzzeit-Gedächtnis“ zu. Das „Kurzzeit-Gedächtnis“ soll demnach Eindrücke für maximal ein bis zwei Stunden festhalten, allerdings macht die Wissenschaft durchaus hier die Einschränkung, dass im allgemeinen die von uns aufgenommenen Informationen nur für Sekunden bis Minuten festgehalten werden, weil sie danach entweder gelöscht oder vom Langzeit-Gedächtnis übernommen würden. Im Langzeit-Gedächtnis werden angeblich Eindrücke dauerhaft gespeichert und manchmal lebenslang aufbewahrt. Die Wissenschaft sagt uns, dass die meisten Informationen in dem am stärksten differenzierten Teil der Großhirnrinde, dem Neokortex, gespeichert würden. Die Gedächtnisleistung hinge von der Größe des Gehirns und von der Komplexität des Nervensystems, und teilweise auch von der Größe der Nervenzellen selbst ab. Neben dem Vorgang der Informationsspeicherung ist jedoch auch das Problem des Vergessens bisher ungelöst. Hierbei gilt im allgemeinen, dass umso mehr vergessen wird, je größer der zeitliche Abstand zwischen der Einspeicherung und der Erinnerung ist, und weiterhin, dass sinnarmes, unwichtiges und umfangreiches Material eher vergessen wird. Hierbei beeinflussen die Art und Anzahl der auf einen Lernvorgang folgenden Eindrücke das Ausmaß des Vergessens. Soweit die offizielle Definition.
Es ist gar lustig anzusehen, wie sich selbst höchste Kapazitäten auf diesem Gebiet schwer tun, wie sie herum„eiern“ und offensichtlich hört man ihre hilflosen „Erklärungen“, die gar keine sind blindlings im Dunkeln tappen. Dabei ist es eigentlich wieder mal ganz einfach, wenn man unvoreingenommen (das ist wichtig!) an das Thema herangeht. Doch unsere Wissenschaftler sind anscheinend derart in ihr vorgegebenes „Weltbild“ eingesponnen, dass sie es nicht fertig bringen, darüber hinaus zu schauen. Warum auch? Es ist doch viel bequemer, sich auf dem Polster als gesichert geltenden Unsinns auszuruhen. Da wird die Vergesslichkeit des Menschen vorgeschoben, um nicht erklären zu müssen, dass wir überhaupt nichts vergessen können.
Was ist nun unser Gedächtnis? Ist es wirklich nur eine Fähigkeit eines Teiles unseres grauen Fleischbrockens, den wir Gehirn nennen? Dazu sollte man sich zunächst bewusst werden, was „Gedächtnis“ ist: reduziert man diesen Begriff auf den eigentlichen Informationswert, so ist es gleichzusetzen mit „Information“. Jede Gedächtnisleistung ist eine reine Informationsaufnahme oder wiedergabe, und nicht zu verwechseln mit der „Weiterverarbeitung“ eben jener Informationen durch Kombinationen, in Relation setzen zu erlernten Verhaltensmustern, usw.
Informationen sind durchaus nicht nur auf ein paar GehirnNervenzellen beschränkt, sonst hätte die Natur schon lange Bankrott anmelden müssen. Information ist überall und alles. Absolut jedes Muster, jede Farbe, jedes Atom, jede Energieschwingung usw. ist eine Information.
Ein simples Beispiel: Wenn wir durch den Wald gehen und dabei mit unseren Schuhen Abdrücke in den Waldboden drücken, so haben wir dort eine Information hinterlassen. Jeder, der nach uns hier vorbeikommt, kann diese Information als solche erkennen. Es ist die simple Information: hier ist jemand gelaufen.
Das Erkennen dieser Information ist eine Gedächtnisleistung. Die Arbeit unseres Gehirns als Werkzeug unseres Bewusstseins reduziert sich also bei einer Gedächtnisleistung auf das Erkennen, das Interpretieren und Auswerten aufgenommener Informationen. Diese Leistung bezeichnen wir allgemein als „Denken“ oder „Denkvorgang“. Doch Vorsicht: das Denken ist nicht etwa nur auf die Region unseres Gehirns beschränkt. Wir müssen uns mit der Vorstellung anfreunden, dass wir mit unserem gesamten Körper denken. Zu diesem Ergebnis sind auch die amerikanischen Neurologen Hanna und Antonio Damasio gekommen, aufgrund von hunderten vergleichenden Forschungen mit „Gehirnrekonstruktionen" (2). Die Denkvorgänge finden im gesamten Körper statt, während das Gehirn „nur“ eine Art Koordinationszentrale für die einzelnen Denkvorgänge darstellt.
Informationen sind überall vorhanden, und dementsprechend nehmen wir während unserer gesamten „Wachzeit“ kontinuierlich irgendwelche Informationen auf.
Stellt sich die Frage, wo denn unsere „persönliche Datenbank“ steckt, mit unseren ganz persönlichen Erinnerungen nämlich den von uns aufgenommenen und gespeicherten Informationen. Auch hier kann uns die Wissenschaft nicht viel weiterhelfen, und fast jeder Wissenschaftler, der an diesem Thema forscht, vertritt eine andere Meinung. Generell vermutet man den Informationsspeicher in unserem Gehirn, und vergleicht dieses deshalb auch öfter mit einer Art Bio-Supercomputer. Doch durchgeführte Hochrechnungen erbrachten das Ergebnis, dass die Kapazität unseres Gehirns bei allem Wohlwollen denn doch nicht ausreicht, um das, was wir Erinnerung nennen, alles speichern zu können. Es ist schließlich nicht nur mit relativ unwichtigen Erinnerungen getan, beispielsweise mit der Information, mit wem man gerade telefoniert hat das würde dem Kurzzeit-Gedächtnis entsprechen oder was man gestern gefrühstückt hat das wäre schon das Langzeit-Gedächtnis , sondern zur Erinnerung gehören auch erlernte und antrainierte Fähigkeiten oder Verhaltensmuster. Und diese unendlich große Menge an Einzelinformationen, mit allen ihren Verknüpfungen beispielsweise unsere Fähigkeit, verschiedene Dinge wiederzuerkennen , können einfach nicht im Gehirn abgespeichert werden, weil wir sonst das Gehirn eines Elefanten mit uns herumtragen müssten (und selbst dann wäre es noch zweifelhaft, ob die Kapazität ausreichen würde).
Die Informationen, die wir in unserem Gehirn mit uns spazieren tragen, beschränken sich immer auf das, was wir im Laufe eines Tages aufnehmen. Wir erinnern uns: unser Gehirn mit seiner Funktion „AufnahmeRecorder“ speichert absolut alles, was wir irgendwie mit unseren Sinnen erkennen können, auch die unwichtigsten Dinge, die uns „bewusst“ völlig entgehen. Das sind nicht nur Bilder, sondern auch Geräusche, Gerüche oder Gefühle. Diese Informationen sind dann auch relativ schnell wieder verfügbar, denn sie befinden sich im „Hauptspeicher“ unseres Gehirns, manche sagen dazu auch „Kurzzeit-Gedächtnis“.
Dieser „Hauptspeicher“ (verglichen mit dem Hauptspeicher eines Computers) hat nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit, und die ist im Regelfall am Ende eines Tages erschöpft. Natürlich sind hier reichlich Sicherheitsreserven vorhanden. Die Natur hat es so eingerichtet, dass am Ende eines Tages, wenn die Tagesaktivitäten zwangsläufig unterbrochen werden müssen (die Natur kennt kein künstliches elektrisches Licht!), eine Ruhepause eingelegt wird. Wir sagen dazu „Schlaf“. Fälschlicherweise wird immer wieder behauptet, der Schlaf diene der Regeneration unseres Körpers. Dem ist jedoch nicht so. Wie ich bereits in einem früheren Beitrag darlegte, benötigt unser biologischer Körper keine Regenerationszeit, weil er sich ständig und kontinuierlich regeneriert, auch am Tag.
Da wir jedoch einem Tag-Nacht-Rhythmus unterliegen, benutzt die Natur die „Zwangspause“ der Nacht zweckmäßigerweise, um unseren „Hauptspeicher“ zu entleeren: die am Tag ähnlich wie bei der berühmtberüchtigten „Black Box“ in den Flugzeugen aufgenommenen Informationen in das rein energetische Individualgedächtnis unseres persönlichen Identifizierungsfeldes zu „überspielen“. Und hier existieren diese Informationen in Form von Schwingungsmustern, jederzeit abrufbar, weiter. Unser persönliches Identifizierungsfeld von manchen auch „Aura“ genannt , steht in kontinuierlicher Wechselwirkung mit dem dimensional „darüber“ angeordneten Gruppen oder Artengedächtnis. So ist es möglich, dass eine (wichtige) Information gleichzeitig jedem Lebewesen dieser Art zur Verfügung steht. Ob es nun darauf zurück greift oder nicht, das steht auf einem anderen Blatt.
Dieses Gruppen oder Artengedächtnis ist inzwischen wissenschaftlich in einer ganzen Reihe von Tests von verschiedenen Forschungsinstituten nachgewiesen worden.
Doch zurück zum Vergessen (fast hätte ich es vergessen!). Wir können überhaupt nichts vergessen, auch wenn wir es wollen oder wenn uns die Wissenschaft erzählt, wir würden es tun. Es ist schlichtweg unmöglich.
Es kommt zwar ab und zu vor, dass uns aus welchen Gründen auch immer der Zugang zu einer irgendwann aufgenommenen Information verwehrt ist. Wir sagen dann: „Ich kann mich nicht erinnern“. Hierbei mag auch der zeitliche Abstand oder die „Unwichtigkeit“ einer Information eine Rolle spielen. Es können auch körperliche Unpässlichkeiten oder Defekte Krankheiten die Ursache dazu sein. Doch der subjektiv versperrte Zugang zu einer Erinnerung sagt nichts darüber aus, ob diese Erinnerung objektiv noch vorhanden ist oder nicht. Tatsache ist, dass jeder beispielsweise unter Hypnose sich an alle jemals aufgenommenen Informationen seines bisherigen Lebens erinnern kann (3). Unter Hypnose wird in diesem Fall der blockierte Zugang zu jener Information beseitigt. Das wäre jedoch nicht möglich, wenn wir sie wirklich vergessen hätten.
Oben erwähnte ich das Gruppen oder Artengedächtnis, auf das jedes Wesen dieser Art einen Zugriff habe. Nun mag der entsetzte Leser sich fragen, ob denn seine intimsten Gedanken von anderen Leuten „gelesen“ werden könnten, über den Zugriff auf das Artenbewusstsein. Dazu weiß die Wissenschaft keine Antwort, doch kann man davon ausgehen, dass diese rein persönlichen Informationen wohl mit einer Art Code verschlüsselt sind. Prinzipiell sind sie von jedem abrufbar, doch nur durch spezielle Techniken, die so gut wie niemand beherrscht. Andererseits gibt es das immer wieder gern zitierte Beispiel, dass eine Erfindung nie von einem Erfinder allein, sondern jeweils parallel dazu in ganz anderen Teilen der Erde, meist zeitgleich, gemacht wurde. Man sagt dann leger: „Die Zeit war reif dazu“. Nein! Die Information dazu lag in unserem Artenbewusstsein vor und konnte demgemäß abgerufen werden!
Genauso können Sie nun fragen: „Woher hat der Autor diese Informationen über das Gedächtnis?“ Ich möchte es Ihnen sagen: Aus dem „Informationspool“ unseres Artenbewusstseins, denn dort befinden sich auch solche Informationen. Es ist gar nicht so schwierig, an diese heranzukommen. Man sollte nur dazu entspannt sein und den immerzu kritischen und skeptischen Verstand „ausschalten“. Tun Sie es einmal, Sie werden verblüfft sein, welche Informationen Ihnen zufließen! Und mit diesen gewonnenen Informationen können Sie gezielt nachschauen, was schon andere über dieses Thema herausgefunden haben oder glauben, herausgefunden zu haben. Zerpflücken Sie die gewonnenen Informationen anschließend ruhig mit Ihrem Verstand: Sie werden überrascht sein, es gibt keine Widersprüche, denn alles ist logisch aufgebaut. Das einzige Problem liegt darin, die Information sie ist völlig abstrakt und wird nicht etwa in deutscher Sprache vorgelesen mithilfe des „Übersetzungs-Moduls“ unseres Gehirns (4) verständlich zu machen, zu übersetzen.
Somit können wir durchaus sagen: Informationen sind genauso unvergänglich wie Energie, weil sie ein moduliertes Muster auf diese aufprägen. Letztendlich besteht unser ganzes Universum aus Energie und Schwingungen. Auch das, was wir als „Materie“ bezeichnen, ist nur eine besondere Schwingungsfrequenz derselben Energie. Doch das ist ein Thema für ein anderes Mal.
Anmerkungen
1 Meyers Lexikon, Mannheim 1993.
2 Ulrich Schnabel: „Der Körper denkt mit“, in: Die Zeit Nr. 15 vom 05.04.96.
3 ...und oft genug auch an Informationen (Erinnerungen) aus seinen Vorleben.
4 Siehe: „Das »Übersetzungsmodul« in unserem Gehirn“ vom selben Autor, in: SYNESIS Nr. 17/1996.