Kataklysmen und die Großsteinanlagen
Kataklysmen sind große Katastrophen auf dieser Erde. Sie können durch Polwenden, schnelle Polverschiebungen, Vulkanausbrüche mit Erdbeben usw. ausgelöst werden. Die Ursachen dafür können Einschläge von Himmelskörpern oder deren Nahdurchgang in Erdnähe sein. Auch, wenn er griechisch wirkt, stammt der Ausdruck - in diesem Zusammenhang - aus den USA.
Neokatastrophisten sind Geologen, die solches Geschehen als geschichtlich in der Entwicklung unserer Erde - und des Lebens darauf - ansehen. Sie stehen damit im Gegensatz zur Auffassung von Sir Charles Lyell (1797 bis 1875), der eine langsame und gleichförmige Entwicklung für unseren Planeten gefordert hatte. Seine Lehrmeinung galt in der Geologie seit etwa 1830 und gilt offiziell zum Teil bis heute. Vorher bestimmte George Cuvier (1769 bis 1832) die gültige geologische Lehrmeinung. Sein wesentliches Werk, Discours sur les evolutions de la surface du globe" erschien 1812, im Jahr von Napoleons Rußland-Feldzug.
Der Neokatastrophismus hat in unseren Veröffentlichungen in letzter Zeit eine erhebliche Rolle gespielt. Und dabei sind einige Ver-mutungen aufgetaucht. Mir fällt auf, dass nicht alles so stimmen kann, wie es von einigen gefordert wird.
Vor allem in der Norddeutschen Tiefebene, aber auch bis an den Atlantik hin, erstreckten sich Gebiete mit heute unvorstellbaren Mengen an Großsteinanlagen. Wie weit solche Anlagen über den Osten Deutschlands noch weiter östlich reichten oder möglicherweise noch reichen, weiß ich leider nicht. Sicher sind sie die ältesten erhaltenen Bauwerke Europas, die meist nicht wesentlich höher angelegt sind als der Meeresspiegel.
Dass die prägnantesten dieser Anlagen etwa in der Zeit von -5000 bis -2000 unserer Zeitrechnung geschaffen wurden, ist inzwischen wohl weitgehend bekannt. Die meisten davon in Norddeutschland wurden erst im vorigen und in diesem Jahrhundert zerstört. Die Steine wurden zerkleinert und schlicht zum Haus- und Straßenbau verarbeitet.
Besonders schöne und umfangreiche Großsteinanlagen kennen wir auch von den britischen Inseln. Dass diese Anlagen nicht als Grabstätten gebaut wurden, hat sich wohl bei unseren Lesern herumgesprochen. Unseren Vorfahren ging es wohl eher um die sinnvolle Nutzung von Erdenergien.
Weiter südlich (aber oft auch im Norden - je nach Geländeeigenschaften) finden wir energetische Anlagen vielfach unterirdisch. Der Arbeitstitel dazu ist Kelten- oder Viereckschanzen. Die sind unter der Erde glücklicherweise so gut geschützt, dass sie meist noch funktionsfähig sind, auch wenn oberirdische ergänzende Steinsetzungen fast ausnahmslos den nach dem Kriege eingeführten Traktoren zum Opfer fielen.
Menhir-Steinreihen bei Carnac (Frankreich). Zum Größenvergleich können die Häuser (links) dienen (Foto: © GLG-Archiv)
Was das alles mit Kataklysmen zu tun hat? Von den Katastrophisten werden für den Fall eines Kataklysmus kilometerhohe Flutwellen gefordert, die um die gesamte Erde reichen und auch noch die höchsten Berggipfel erreichen sollen. Von den ungeheuren Vulkanausbrüchen mit ihren Lavamassen, Giftgasen und Ascheregen mal ganz abgesehen. Auch Deutschland hat seine Vulkane. Die Eifel und der Vogelsberg sind vulkanischen Ursprungs. Und am Rande des Oberrheins findet sich da auch noch Einiges. Unsere Vorfahren hier hatten es also bei solcher Gelegenheit keineswegs gemütlich.
Wie weit von einer großen Flutwelle beim Hin- und Zurückschwappen Landmassen und auch große Felsbrocken transportiert (und letztere dabei noch schön geschliffen) werden können, sehen wir im Norden wie im Süden. Manche glauben dazu allerdings immer noch, dass das vor langer Zeit in aller Ruhe und Gemütlichkeit die Gletscher gemacht hätten. So was tun die heutzutage nicht mal in Grönland. Und dort hätten sie reichlich Gelegenheit dazu, uns mal vorzuführen, wie sie das machen.
Die später meist aus solchen riesigen Felsbrocken aufgesetzten Großsteinanlagen, die wir kennen, stehen da seit bis zu siebentausend Jahren - Heinsohn/Illig hin, Topper her. Auf ein paar Jahrhunderte kommt es mir hier gar nicht an.
Wenn nun aber die letzten größeren Kataklysmen im -2. Jahrtausend und um -700 die Erde bewegt haben sollen, wie ich das in Erdkatastrophen und Menschheitstrauma" von Dr. Horst Friedrich (wohl von Velikovsky übernommen) lese, so kann da was nicht stimmen. In den Schilderungen können die Katastrophen gar nicht groß genug gewesen sein. Aber selbst an der Atlantikküste stehen die alten Steine seit Jahrtausenden fast alle noch schön in Reihe und Glied. Steine, die teilweise ein einzelner Mensch mit einem Balken als Hebel umwerfen kann. Da sollen kilometerhohe" Flutwellen, unvorstellbare Riesentsunamis drüber hinweggegangen sein, ohne alles abzuräumen? Riesige Ascheregen der geborstenen Vulkane haben die alten Anlagen nicht begraben. Sie stehen da, als hätten sie schon immer da gestanden. Die ältesten seit rund siebentausend Jahren.
Wann also fanden die letzten großen Kataklysmen statt? Innerhalb der letzten sechs bis sieben Jahrtausende doch wohl nicht. Oder habe ich da was übersehen?