© 1999 Hans J. Andersen
Das
dunkle Zeitalter (VI.)
Die Bahn der Erde um den Jupiter
(Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 6/1999)
Mit
seinen Ausführungen über das „dunkle Zeitalter“ versucht der Autor den Nachweis
zu erbringen, dass die Erde mitsamt dem Mond einst für einen bestimmten
Zeitraum den Jupiter umkreist habe. Dabei bezieht er sich auf überlieferte
Aufzeichnungen, deren Schilderungen er auf Jupiter bezieht.
Das
bisher Dargelegte erhöht die Bedeutung der Überlieferungen und spricht für
einen astronomischen Ursprung, der von allen Völkern der Erde beobachtet wurde,
auf eine Zeit zuruckgehend, als die Erde ein Trabant des Jupiter war. Aber wie
war nun die Bahn der Erde um den Jupiter beschaffen?
1. Die sieben Höhlen der Urheimat
Knüpfen wir
noch einmal an die Zahl Sieben an, als Indiz für einen siebenfachen Erdumlauf.
Nicht nur das Popol Vuh, sondern auch noch eine andere altamerikanische
Überlieferung weist in dieselbe Richtung.
Tollmann
bemerkt in seiner Durchsicht mythologischer Sintflutberichte (S. 165), dass man
sich in Höhlen flüchtete, um einem Weltbrand zu entgehen. Dadurch wurde seine
Aufmerksamkeit auf den mythischen Berg Teo-Colhuacan mit seinen sieben Höhlen
gelenkt. Er gilt als die Urheimat der kleinen Gruppe der von Aztlan (Atlantis)
abstammenden Tolteken: ,,Die sieben Höhlen Chicomoztoc dieses
mythischen Berges aber hatten den Ahnen, deren Nachkommen sich später in 8
Stämme aufgliederten, Heimat und Schutz geboten.”

Die Höhle Chicomoztoc im heiligen Berg Teo-Colhuacan in
Mexiko. Ein Abbild der sieben Umläufe der Erde um den Jupiter?
Meiner Ansicht nach war das Urbild und Vorbild dieser
Höhlenanordnung nichts anderes als die Bahn der Erde um den Jupiter, diesen
siebenfach umkreisend während seines Umlaufes um die Sonne. Die
Höhlenmentalität entsprang der Dunkelzeit. Weil es so dunkel war wie in einer
Höhle, glaubte die damalige Menschheit, in einer siebenfach gegliederten
kosmischen Höhle zu leben. So ist also dieses Bild ein gewichtiges Argument
dafür, dass ein Umlauf der Erde um den Jupiter etwa ein Siebentel von 4332
Tagen des Jupiterumlaufes dauerte. Überschlägig wird das zwischen 615 und 620
Tagen gedauert haben.
2. Mond 12 ein verloren gegangener Trabant der Erde?
Wie seltsam
trifft es sich, dass einer der Jupitermonde, der 12. Mond, mit 617 Tagen Umlauf
sich gerade in diese Spanne einordnet, die als Umlaufzeit der Erde ermittelt
wurde, als diese selbst ein Mond des Jupiter war. War XII vielleicht ein
ehemaliger Mond der Erde, der im Jupitersystem verblieb, als die Erde später
wieder aus dem Anziehungsbereich des Jupiter entführt wurde? Die äußeren Monde
sind ja allesamt nicht sehr groß - höchstens 65 km im Durchmesser - und wenn
Mond XII ursprünglich in einem viel größeren Abstand als Luna die Erde umkreist
hätte, dann wäre es nicht auszuschließen, dass die Erde ihn bei einem
plötzlichen Kurswechsel ,,verloren” hätte.

Schematische Darstellung des Einfangs der Erde als
Jupitermond und Beginn ihrer retrograden Umlaufbewegung.
3. Die rückläufige Umlaufbahn der Erde
Das kann
bedeuten, dass die Bahn der Erde um den Jupiter derjenigen ähnlich gewesen ist,
die heute noch von Mond XII beschrieben wird. Die Bahnneigung muss nicht
dieselbe gewesen sein - oder sie war es doch, falls XlI vorher ein Trabant der
Erde gewesen sein sollte. Aber jedenfalls die Entfernung vom Jupiter mit über
22 Millionen Kilometer müsste ziemlich dieselbe gewesen sein, wenn auch die
Erde ungefähr 617 Tage für einen Umlauf benötigte.
Für die
sieben Umläufe der Erde um den Jupiter während eines Jupiterumlaufes habe ich
schematisch die beigegebene Zeichnung angefertigt.
Sie hält im
Bilde fest, dass es dabei in Bezug zur Sonne acht Konjunktionen mit Jupiter und
ebenso viele Oppositionen gibt, wo die Erde also zwischen Jupiter und Sonne
steht. Warum acht und nicht sieben? Weil der gleichzeitige Umlauf des Jupiters
um die Sonne bewirkt, dass die Erde von einer Konjunktion bis zur nächsten
nicht volle 3600 zurücklegen musste, sondern ein Achtel weniger, also nur 315°.

1 Jupiter-Umlauf =4332 Tage
7
Umläufe zu 617 = 4319 Tage
=
8 Konjunktionen Sonne-Jupiter im Abstand von 540 Tagen = 4320 Tage
Es ist wichtig, sich dieses Verhältnis von sieben siderischen
Umläufen zu acht Konjunktionen Jupiter-Sonne klarzumachen. Wäre dagegen die
Umlaufsrichtung der Erde mitläufig (anstatt retrograd) gewesen, dann hätte es
nur sieben minus einer ist sechs
Sonnenkonjunktionen gegeben.
Die
Sonnenkonjunktionen sind natürlich ein astronomisches Phänomen, das sich in
jener Zeit für die Himmelsbeobachtung sehr anbot. Das wurde bestimmt aufmerksam
verfolgt. Und warum sollte es nicht auch schon Wissende gegeben haben, die in
der Lage waren, sich von den zugrunde liegenden Umlaufbedingungen ein
zutreffendes Bild zu machen? Oder gab es ausschließlich primitive Völker, die
dazu nicht in der Lage waren, weil sie sich von der geozentrischen
Betrachtungsweise nicht lösen konnten?
4. Die Erdbahn als Mandala
Erst nach
mehrjährigem Suchen entdeckte ich zufällig eine Darstellung, die man als
Zeugnis dafür betrachten kann, dass es Wissende gab, die die Bahnverhältnisse
von Erde und Mond richtig erkannt haben dürften.

Mandala des
„Späteren Himmels“ oder „Innerweltliche Ordnung“ (J. u. M. Argueles „Das große
Mandala-Buch“, Freiburg 1974)
Ein „Mandala”
aus Tibet enthält alles! Solche Mandalas gibt es ja in den verschiedensten
Formen. Gewöhnlich handelt es sich dabei um symbolische Kompositionen in
kreisförmiger Anordnung. Dabei kann man astronomische Modelle zugrunde legen.
Bei diesem
,,Mandala des späteren Himmels” aus einem repräsentativen Mandalabuch sieht man
einen großen Kreis, auf dem die acht Symbole des I-Ging in gleichmäßigen
Abständen eingezeichnet sind. Dieser Kreis kann als die Jupiterbahn
identifiziert werden, während das Yin und Yang-Symbol in der Mitte das
Zentralgestirn der Sonne repräsentiert. Die Zuordnung von Jahreszeiten macht
klar, dass es sich jedenfalls um einen Kreislauf um die Sonne handeln soll. Die
I-Ging-Symbole sind in kleine Kreise eingeschlossen, die man als acht Jupiter-Stationen
während eines Umlaufes um die Sonne verstehen kann. Das entscheidend Wichtige
ist aber die Umschlingung dieser Stationen durch eine andere Bahn, die eine
umgekehrte Drehrichtung als diejenige des Hauptkreises (des Jupiters) hat. Die
Bahn dieses, den Jupiter umkreisenden Himmelskörpers, ist eindeutig retrograd!

Schematische Darstellung des Einfangs der Erde als
Jupitermond und Beginn ihrer retrograden Umlaufbewegung.
So war - im
Prinzip die Bahn der Erde um den Jupiter beschaffen. Nur die Maßstäbe stimmen
natürlich nicht (Erde - Jupiter nur 22 Mill. km gegenüber Jupiter-Sonne 778
Mill. km). Aber darauf kam es dem unbekannten Wissenden, der vor Jahrtausenden
dieses Mandala entwarf, sicherlich auch gar nicht an. Die strukturellen
Beziehungen stimmen aber.
Das Mandala
des „Späteren Himmels“ (der Name deutet an, dass man auch einen früheren Himmel
gekannt haben wird, wie es vor der Jupiterzeit war) ist nicht nur ein
eindrucksvoller Beleg für die von mir ergründeten astronomischen Bedingungen,
sondern macht auch klar, wie es zu achtteiligen Systemen kam. Die Jupiter-Zeit
begünstigte das durch die acht Jupiter-Sonne-Konjunktionen.
5. Achtteilige Tierkreise
Nicht nur
das I-Ging wird bis in jene Epoche des 7. und 8. Jahrtausends zurückzuführen
sein - in den Ursprüngen, Vorläufern. Die Wissenschaft hat aber auch mancherlei
astrologische Systeme entdeckt, bei verschiedenen alten Völkern, die auf eine
Einteilung der Ekliptik in acht Tierkreiszeichen hinausliefen.

Die Erschaffung des gestirnten Himmels der Ägypter: Schu hebt
die Himmelsgöttin Nut empor.
Ich
verweise auf die Veröffentlichungen von F. Röck über den ,,Paläozodiakus, die
prähistorische Urform unseres Tierkreises”, wo bereits 1912 interessante
Zusammenhänge bekannt gemacht worden sind.
Röck fand
bei seinen Studien ,,zahlreiche achtteilige Tierkreise”, angefangen von der
ägyptischen ,,Metternich-Stele” über die acht Weltregionen der Inder bis zu
einem achtteiligen altjavanischen Tierkreis. Durchweg sind die Symbole in
Tiergestalt. Er wies u. a. nach, dass die Bilder unseres zwölfteiligen
Tierkreises aus einem älteren achtteiligen Tierkreis hervorgegangen seien, der
sich auf den Inseln des entlegenen hinterindischen Archipels am längsten erhalten
habe. Der zwölfteilige Tierkreis sei bereits im Zwillinge-Zeitalter entstanden.
Das deckt sich natürlich ausgezeichnet mit meinen Forschungen, wonach das
12-Monatsjahr zuerst in derselben Epoche (ungefähr zeitgleich mit dem
Optimaljahr) existierte.
Röck schlussfolgerte:
,,... so muss notwendigerweise die Entstehungszeit des achtteiligen
Paläozodiakus noch geraume Zeit vor der Bildung des aus diesem erst
abgeleiteten zwölfteiligen Tierkreises angesetzt werden ...”
Das
bedeutet: Der achtteilige Tierkreis wie auch andere Systeme der achtfachen
Gliederung des Jahres müssen in der Zeit vor dem klimagünstigen Atlantikum
entstanden sein.
Anm. d. Red.:
Hans J. Andersen hat seine Forschungsergebnisse
zusammengefasst und veröffentlicht in seinem Buch
Hans
J. Andersen
Die lange Nacht
Die
Erde als Trabant von „7-ARARA“
Verlag
für Vorzeit- und Zukunftsforschung
ISBN
3-925859-42-X
100 Seiten Pb.