(c) 2001 Gernot L. Geise

Stephen Hawking und der menschliche Exodus

Stephen Hawking gilt als der größte lebende Physiker unserer Zeit.  Mit 58 Jahren leidet er an einer unheilbaren Krankheit, die ihn lähmt und an einen Rollstuhl fesselt. Unterhalten kann er sich nur mittels der Sprachausgabe eines Computers, dessen Tastatur er mit Augenbewegungen bedient.

Hawking ist sicher einer der klügsten Köpfe der Menschheit, und seine Bücher haben ein Millionenpublikum erreicht.

Doch was er im Oktober 2000 auf die Presse losgelassen hat, lässt an seinen geistigen Qualifikationen zweifeln. Er behauptete nämlich, die Menschheit würde die nächsten tausend Jahre nicht überleben, wenn sie es nicht schaffe, den Weltraum zu besiedeln, weil die Erde wegen des drohenden Treibhauseffektes unbewohnbar werden würde.

Wie kommt ein Physiker von seinem Range dazu, solche Aussprüche zu machen? Wenn ein Sachbuch- oder Science-Fiction-Autor solche Szenarien entwirft, dann mag man das noch tolerieren. Doch der hochintelligente Hawking postuliert, unsere Weltuntergangstechnologien auf andere Planeten zu übertragen. Reicht es etwa nicht, dass wir unsere Erde zugrunde gerichtet haben? Müssen wir, einer Seuche gleich, auch den Rest unserer Galaxis zerstören?

Hawking macht Vorschläge, wie der Mars zu besiedeln sei. Dabei sind diese Gedanken nicht einmal neu. Die NASA hat schon vor einigen Jahrzehnten ganze Besiedlungspläne fertig ausgearbeitet.

Doch wie man in bemannten Raumschiffen zum Mars fliegen soll, ohne durch die im All befindliche ho­he Radioaktivität geröstet zu werden, daran hat auch er nicht gedacht. Radioaktivität im All ist für Wissenschaftler wohl ein Tabuthema, dem man aus dem Weg geht, indem man es einfach ignoriert.

Wenn es so einfach wäre, zum Mars zu fliegen, warum ist denn - seit dem APOLLO-Projekt Anfang der Siebzigerjahre - kein bemannter Flug zum Mond durchgeführt worden? Und der Mond ist im Vergleich zum Mars doch wirklich nur einen Katzensprung weit entfernt. Nein, an den nicht vorhandenen Trägerraketen liegt es wirklich nicht. Die Russen haben mit ihrer Energija-Rakete die stärkste jemals gebaute Rakete, sie ist sogar noch um einiges stärker als die legendäre APOLLO-Rakete Saturn 5. Und dass die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Westen inzwischen recht gut funktioniert, zeigen die Raketenstarts, mit denen Russland westliche Satelliten und auch amerikanische Astronauten in die Erdumlaufbahn befördern.

Der Grund, warum niemand zum Mond flog, liegt einfach in der mit herkömmlichen Mitteln nicht abschirmbaren hohen radioaktiven Strahlung oberhalb einer erdnahen Umlaufbahn, deren Dosisaufnahme kein Astronaut überleben würde. Das ist Fakt.

Und so gesehen wäre auch die russische Energija nicht stark genug, ein mit zentimeterdicken Bleiplatten verkleidetes Raumschiff auf eine Mondbahn zu bringen. Da sich Radioaktivität kaum anders abschirmen lässt, ist das auch der Grund, warum die Mondflüge der APOLLO-Missionen nur auf den Bildschirmen stattfanden.

Das müsste eigentlich auch einem Dr. Hawking klar sein! Mr. Hawking, Ihre Äußerungen waren weit unter Ihrem Niveau!

 (Veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 1/2001)


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