(c) Axel und Herwig Brätz, veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 6/2003
In SYNESIS Nr. 3 und 4/2002 fand eine kurze aber heftige Diskussion zu Gernot L. Geises Artikel „Europas Friedhof Ägypten?“ statt, in der u.a. die Frage diskutiert wurde, ob in den Grundrissen europäischer Städte sogenannte Ankh-Kreuze dargestellt sind.
Christoph Pfister wollte ein Ankh im Grundriss von Bern erkannt haben - die Funktion dieses Gebildes bleibt jedoch unklar und seine Existenz zweifelhaft. Auch im Stadtgrundriss von Würzburg soll sich so ein Zeichen befinden. Angelika Müller konnte gleich zwei in Münster ausmachen bis ihr der Geduldsfaden riss, womit die Diskussion früh beendet war.
Zu früh eigentlich, denn es gibt in Deutschland eine Stadt, die das Ankh nicht nur im Grundriss, sondern sogar im Namen hat: es handelt sich um ANKLAM im Kreis Nordvorpommern.
Jedenfalls wurde eines klar: die Geschichtsforschung hat es bislang nicht geschafft, Instrumente bereitzustellen und Methoden zu entwickeln, mit deren Hilfe mittelalterliche Stadtstrukturen auf ihren Sinngehalt untersucht werden können. Die Städtenamenforschung ist so organisiert, dass a priori festgelegt wird, welcher Sprache der Name zuzuordnen ist (deutsch, slawisch, keltisch usw.) und damit basta.
Es scheint tatsächlich nie jemand auf die Idee gekommen zu sein, dass es zwischen den Strukturelementen der Städte (Namen, Gründungslegenden, Form des Mauerrings, Lokalisierung von Sakralbauten und Rathäusern, Gestaltung der öffentlichen Räume wie Straßen, Märkte, Brücken, Brunnen usw.) irgendeinen sinnvollen Zusammenhang geben könnte. Oder dass der Beginn des Johannes-Evangeliums Programm sein könnte für menschliches Schaffen dass im Anfang einer Stadtgründung ein einziges „Wort“ stehen könnte, aus dem die Struktur heraus entwickelt wird.
„Schuld“ daran sind natürlich die vielen gefälschten Urkunden und Chroniken, die mangels anderer Belege letztlich doch ernst genommen werden und die Existenz vorstädtischer Strukturen dort vorgaukeln, wo es sie einfach nicht gibt. Zugleich wurde wohl nie die Möglichkeit einer über längere Zeiträume andauernden konsequenten Umsetzung solcher Ideen bedacht obwohl doch jeder weiß, dass auch Rom nicht an einem Tag erbaut wurde.
In Erkenntnis dieser klaren Forschungslücke haben wir seit 2001 das „Urbanoglyphen“-Konzept entwickelt, das von folgenden Prämissen ausgeht:
• Städtebau im Mittelalter war religiös motiviert, diese Motive sind rekonstruierbar - Städte sind immer bis ins Detail geplant worden und als Kunstwerke wie Kirchenbauten, Altarbilder usw. anzusehen, deren letztlicher Zweck die Erlangung des allgemeinen Heils war.
• Städte lassen sich als Kunstwerke mit Hilfe der sogenannten freien Künste Mathematik, Geometrie, Astronomie, Musik Rhetorik (Mythologie), Grammatik (Onomastik), Logik) analysieren.
• Davon ausgehend haben wir hunderte Stadtgrundrisse in ganz Europa systematisch durchsucht und folgende Prinzipien bestätigt gefunden:
• Städte sind durchweg „geschaffen“ worden (und wohl nie und schon gar nicht zufällig „gewachsen“) (1),
• „Im Anfang“ der Städte war immer ein „Wort“ in der Regel ein „Wortspiel“, dessen (oft mehrsprachig angelegte) Vieldeutigkeit virtuos in ein Strukturkonzept umgedeutet wurde.
• Straßen und/oder der Mauerumriss ergeben Figuren (2), die in Bezug zum Gründungswort stehen.
• Die Standorte der Sakralbauten entsprechen den Hauptsternen von Sternbildern (Sternbilder wurden offenbar als „göttlicher Bauplan“ verstanden), als deren Interpretation die Grundrissbilder anzusehen sind, zugleich sind die Sakralbauten wichtige Teile/Organe der dargestellten Figuren.
• Städte sind keine „Siedlungen mit einem Franziskanerkloster“ (wie Jacques Le Goff definiert hat) sondern „Siedlungen mit einer Urbanoglyphe“, die freilich in der Regel von den Franziskanern entwickelt worden sein könnte.
• Städte sind Bestandteil des zumindest europaweit geplanten „Himmelreichs auf Erden“.
Die gängigen Vorstellungen von einer „Roma Quadrata“ oder von den regelmäßigen „kolonialen“ Gitternetzen sind Fiktionen der Geschichtsschreiber jedenfalls soweit sie europäische Städte betreffen, die konventionell zwischen 1100 und 1400 gegründet wurden.
Die Anfänge der Städte wurden lt. Livius, den man getrost in eine Zeit nach der Beendigung der Stadtgründungswelle datieren kann „durch Vermischung von Menschlichem und Göttlichen erhabener gemacht“. Diese Feststellung bezieht sich doch wohl auf die Stadtgründungen vor der Renaissance. Mit dem Brief an die Römer (1,22 ff.) wurde diese „Vermischung“ strikt verboten. In diesem Brief wird obwohl er Teil einer „Heiligen Schrift“ ist und lt. Luther das „Haubtstück“ des Neuen Testamentes - mit übelster Diffamierung gearbeitet: wer nicht den „ewigen“ (also wohl gestaltlosen) Gott verehrt, sondern Bilder von sterblichen Menschen, Vögeln, Vierfüßern und Schlangen anbetet, wird „entehrenden Leidenschaften“ ausgeliefert, solche Männer werden an ihrem eigenen Körper bestraft für die Verwirrung ihres Denkens.
Spätere Städte wurden also nach rein geometrischen Prinzipien errichtet (als erste Stadt nördlich der Alpen: Marienberg in Sachsen). Das Wissen über die Grundrissbilder wurde natürlich trotzdem nicht vergessen, sondern geriet zum Geheimwissen (wenn es dies nicht schon vorher war).
Unser Konzept ergab überraschend zügig brauchbare Resultate, die endlich den sinnstiftenden Hintergrund der Stadtgründungswelle erhellen und in beliebigen Orten Europas nachvollzogen werden können.

Stadtgrundriss von Anklam, Kreis Nordvorpommern
Christoph Pfister hätte damit herausgefunden, dass der Schweizer Hauptstadt das Wort „PETRIGENIO“ zugrunde liegt. Auf zwei Namen verteilt (Berno/Nydegg) also gut versteckt kann man es nur entdecken, wenn man die Figur des „Felsgeborenen“ gefunden hat die bloß philologische Untersuchung des Namens führt (ähnlich wie in Berlin und Bernburg) in die Irre: da wird einem schnell „der antike Bär“ aufgebunden. Kleiner Tipp für den, der den „Felsgeborenen“ suchen möchte: der Heilige Geist schiebt ihn (der auch als „Löwenköpfiger“ aus dem Mithraskult bekannt ist) aus dem Fels. Der Mithraskult kommt leider in Pfisters Analysen bislang gar nicht vor, obwohl dieser Kult doch ein früher Weggefährte und Konkurrent des Christentums war.
Ralph Dillmaier aus Würzburg kennt sich - nach eigenem Bekunden - gut in dieser Stadt aus: vielleicht hat er also bereits erkannt, dass der Name „Würzburg“ ein Wortspiel mit dem Namen der Jungfrau ist: das die VIRGO und natürlich die viri, virens usw. ebenso einschließt wie das burgum und die Gewürze, die Spezereien. Die Kirchen der Stadt stehen so auf Erden wie am Himmel das Sternbild der Jungfrau die Marienkapelle ist Spica. Maria ist demnach ein „spice girl“ wenn man so will, und das ist nicht einmal Spaß. Der doppeltürmige Dom ist am Himmel der Doppelstern Porrima. Das Fünfeck der Innenmauer ist eine Bischofsmütze und der große Mauerbogen westlich des Mains der Bogen (die Krone) der Jungfrau, unter deren Schutz also die Fürstbischöfe stehen wollten man kann nicht einmal genau sagen, ob die Residenz eigentlich das Juwel an der Krone der Jungfrau oder an der Mütze der Bischöfe ist.
Angelika Müller könnte bei der nochmaligen Betrachtung des Münsteraner Stadtplans das MONSTER erkennen, das zugleich MEIN HERZ, MEIN STERN, MONS T(i)ER, MUSENSTERN, MNS-VTR = Menschenvater usw. ist: das Sternbild Leier in einer hyperkosmischen Sicht. Die erste Leier soll aus einem Schildkrötenpanzer gefertigt worden sein, und eine Riesenschildkröte mit der Synagoge im Hirn ist es auch, die hier „Maria Ueberwasser“ hält, nämlich die gleichnamige Kirche mit dem „Hinterbein“ eingeklemmt hat und sie so vor der Sintflut rettet. Natürlich alles aus Liebe, wie das Herz des Mauerrings bezeugt. Da Frau Müller kosmologische Ideen nicht fremd sind, könnte sie sogar auf die Idee kommen, dass - da der hellste Stern der Leier, die Wega nämlich, ja der hellste Stern ist, der jemals in die Nähe des Himmelsnordpols kommt - im Grundriss von Münster gewissermaßen die paradiesische Zukunft angekündigt wird, die mit dem Jahr 11.111 anbricht. Münster würde dann auch bedeuten: SMN-RT was man vielleicht als „Zeichen der Rettung“ deuten könnte.
Ankh-Kreuze in der allgemein bekannten Form sind uns jedoch bislang nicht begegnet. Überhaupt haben wir keinen Beleg dafür gefunden, dass die europäische Kultur der altägyptischen vorausgegangen sein könnte wohl aber zahlreiche Hinweise auf eine mittelbare Übernahme ägyptischer Ideen und Zeichen nach Europa. So wie Christus an die Stelle von Horus, der Adler an die Stelle des Falken und Maria (Magdalena) an die Stelle von Isis getreten sind, so werden in Europa dort, wo in Ägypten Ankh-Zeichen zu erwarten wären, Antonius-Kreuze gesetzt. Das AN(tonius- oder T-) Kreuz scheint eine auch sprachliche Weiterentwicklung des Ankh zu sein.
In den beiden Städten, zu denen wir längere Untersuchungen veröffentlicht haben in Rostock und Eberswalde haben wir solche T-Kreuze gefunden und beschrieben: sie dominieren die gesamte städtische Struktur. Der Bezug zu Ägypten ist dabei offenkundig, denn es geht jeweils um die Himmlische Hochzeit von Jungfrau und Löwe das Geheimnis der Sphinx, des Skarabäus, der christlichen Zeitrechnung usw. Das ist natürlich für die Fachwelt aber auch für die geschichtskritische Szene - starker Tobak, aber wer für Neues offen ist, kann es in unseren Büchern nachlesen und sich ein eigenes Bild machen.
Ein T-Kreuz gibt es auch im Grundriss von Anklam an der Peene. Der Name dieser Stadt lautete ursprünglich sogar Tanchlim also T-ANCH-LIM. Es ist also zu vermuten, dass die Stadtgründer den Zusammenhang zwischen T = Antonius-Kreuz und Anch kannten und bewusst ausdrückten.
Die Slawisten haben den Stadtnamen in Beschlag genommen und für slawisch erklärt (was u.E. nicht ganz verkehrt ist, aber nur eine Komponente des Namens erhellt) er soll von einer Person herrühren, die als „dicklich“, polnisch tegi, bezeichnet wurde. Wer diese Person sein soll, bleibt natürlich unklar wir haben aber auch dafür eine Erklärung gefunden. In gleicher Manier wurde der Flussname Peene vom slawischen piana hergeleitet, was dann einen „Schaumfluss“ ergibt. Auf die Idee, den Flussnamen mit „Pein, poena“ in Zusammenhang zu bringen, kam bislang niemandem.
Es ist also unerklärlich, warum die Städtenamenforscher den Namen Anklam nicht auch aus dem Deutschen, Lateinischen oder Hebräischen erklären (dabei ist doch mit Kenntnissen all dieser Sprachen bei den Stadtgründern zu rechnen) oder als Anagramm. Sie könnten z.B. auf folgende Inhalte stoßen:
• mal-nki slawisch: „Kleiner“
• malik-nat - König-geboren
• ang(or) - Angst
• clamo rufen, schreien
• lama - Sumpf
• lim(es) - Grenze
• mil(vus) - Weihe
• lamia - kinderfressende Ungeheuer
• lamenta - Wehklagen
• ansa - Griff, Öse
• Anker - das Sternbild Schwan, das Ankh am Himmel.
Diese Stichwortsammlung ist natürlich mit dem übrigen Befund zu konfrontieren was Sprachforschern nicht möglich ist, weil sie diesen Befund nicht kennen oder wie wir leider häufig feststellen mussten - nicht zur Kenntnis nehmen möchten.
Das T-Kreuz besteht aus Frauenstraße (dem Stammbalken in Ost-West-Richtung) und Peenstraße (dem Querbalken in Nord-Süd-Richtung). Die Frauenstraße teilt die Peenstraße so, dass die Länge von jeweils einer Hälfte zur Länge der Frauenstraße im Verhältnis des Goldenen Schnitts steht.
Die Kirchen von Anklam sind so über die Stadt verteilt, dass sich ein Abbild des Sternbilds Adler (Aquila) ergibt. Automatisch folgt hieraus eine weitere Bedeutung des Stadtnamens: Anklam dürfte mit Aquila (also auch mit der „Weihe“) korrespondieren, also u.a. Adlerstadt bedeuten. In Anklam gibt es denn auch eine Adler-Apotheke und ein Greifendenkmal, und der berühmte Bruchpilot Otto Lilienthal stammt auch von hier.
Die Straßen der Stadt scheinen auf den ersten Blick ein typisches „Gitternetz“ darzustellen, das jeden Mediävisten erfreuen würde. Es gibt jedoch eine entscheidende Abweichung von der Gitterform des Straßennetzes: Die Heilgeiststraße kreuzt die nördlich verlaufenden Straßen in einem spitzen Winkel gerade so, als wäre über die Stadt der Heilige Geist gekommen vielleicht wurde die Stadt zu Pfingsten gegründet.
Der Grundriss der Stadt ergibt dadurch das Bild eines Tierkopfes. Und damit keine Zweifel auftreten, ist dem Tierkopf mit dem Peenedamm, der schon 1312 erwähnt und künstlich angelegt wurde sowie mit der dazugehörigen Peenebrücke ein Horn angesetzt worden: Die Urbanoglyphe von Anklam ist der Kopf eines Einhorns!
Die Heilgeistkirche, deren Wiederaufbau im Jahre 1738 der preußische König Friedrich Wilhelm I. persönlich (natürlich als Garnisonskirche) angeordnet hat, ist das Auge des Tiers. Die Marienkirche, die eigentliche Hauptkirche Anklams, liegt dem Tier auf der Zunge, die zum Demminer Tor (nach Westen) hinaushängt. Das Augustiner-Mönchskloster wurde ins Gehirn gesetzt. Die Synagoge wurde (spät, also in Kenntnis des Grundrissbildes) an die Stelle der Nase gesetzt, der Markt ist die Mundhöhle, der Neue Markt der Schlund. Der Bahnhof der Stadt wurde im XIX. Jahrhundert wieder in Kenntnis des Bildes an die Stelle des Herzens gebaut. Die Nikolaikirche ist mit ihrem ehemals über 100 m hohen Turm das bedeutendste Bauwerk der Stadt sie stellt den Gaumenzapfen dar, den man nur sieht, wenn jemand laut schreiend den Mund öffnet. Das Tier schreit also und auf der Zunge liegt ihm der Name der Maria. Einer Jungfrau und Mutter. Das Einhorn kann nur Jesus selbst sein, der seine Braut und Mutter ruft (wer sonst könnte einen solchen Gaumenzapfen haben?).
Es gibt verschiedene Vorstellungen vom Einhorn keineswegs waren es alles pferdeähnliche Wesen wenn sie ihr Horn verloren, wandelten sie sich in ihre eigentliche Gestalt. Die eigentliche Gestalt des Anklamer Einhorns verrät der Name der Stadt: es ist ein Lamm. Der Adler scheint es aus den Peenesümpfen (lamia) zu retten. Da der Fluss Peene häufig die Grenze zu Schweden und früher anderen pommerschen Landesteilen war, war das Horn regel- und „planmäßig“ verloren, „pein-lich“ für ein Einhorn, dem dann wohl soviel Schaum vor den Lippen stand, dass die Peene sich zum Schaumfluss wandelte.
Im Wappen befindet sich neben dem Greifen eine Pfeilspitze. Die Kunst der Urbanoglyphen-Analyse besteht nun darin, aus den so gefundenen Komponenten
• T- Anch-(=Antonius-)Kreuz
• Adler, Greif, Weihe
• Einhorn
• Lamm
• Pfeil
• und den weiteren Deutungen des Namens
den Mythos zusammenzusetzen. (Auf die musikalische Analyse verzichten wir an dieser Stelle man könnte z.B. versuchen, aus dem Winkel, unter dem die Heilgeiststraße die anderen Straßen in verschieden lange Abschnitte teilt, harmonikale Sentenzen herausfiltern.)

Das Sternbild Adler
In Anklam dürfte es sich um eine christliche Ausformung des Ganymed-/Antinous-Mythos handeln (Man kann sich nun fragen, wann und wie dieser nach Pommern gelangt sein kann wir verzichten hier auf eine Spekulation zu dieser Frage). Die Funktion des Adlers wird dadurch klar: er ist
a) „der Alte“ - Zeus, Gottvater oder
b) „die Alte“ - eine Weihe (MIL-vus) die Muttergottes (Isis oder Nephthys, die häufig als Weihen abgebildet wurden),
die das Einhorn-Lamm „ergreifen“ und zum T=Ankh-Kreuz schleppen. Das Tier hat also allen Grund zum Schreien!
Und die Verfasser des Briefes an die Römer hatten allen Grund, diese Art Bilder zu verdammen, denn es gehört schon eine Menge Mut und Phantasie dazu, den Mundschenk der Götter und Lustknaben des Kaisers mit Jesus gleich zu setzen.
Die Stadtgründer dürften sich vom Gleichklang von Antinous und Antonius leiten gelassen haben beide Figuren sind natürlich mit Ägypten verknüpft. Ganymed ist der „kleine, dickliche, gerade geborene König“ (wie man ihn von dem berühmten Rembrandt-Bild her kennt), der von einem Adler auf den Olymp entführt wurde. Antinous hingegen wurde geopfert zum Ruhme und langen Leben des Kaisers Hadrian dessen Namen sich leicht in Har-Dian (der „Aar-Gott“ Horus oder „Horus-Diana“) verwandeln lässt und dessen „Historizität“ genauso zweifelhaft ist wie die Cäsars. Antinous hieß ein Sternbildchen unterhalb des Adlers, das heute „Schild des Sobieski“ heißt im Grundriss von Anklam wurde an dieser Stelle ein „Stift“ gebaut zum Gedenken an den „Stift“ Antinous/Ganymed.

Rembrandt: Ganymed wird von einem Adler auf den Olymp entführt.
Der Pfeil auf dem Wappen dürfte das verlorene, aber glücklich gerettete Horn des Einhorns sein bekanntlich galt es im Mittelalter als Wunderheilmittel. Auch heute schwören manche auf Heilung mit Pfeilen auf die Akupunktur. Wenn der Pfeil wirklich der Stralsundische sein soll (denn im Stralsunder Wappen befindet sich auch ein Pfeil), so könnten die Stadtgründer sich dort die Inspiration zu dem Bild geholt haben: die Stralsunder Urbanoglyphe zeigt ebenfalls ein Einhorn und einen Vogel.
Man kann natürlich den Kopf des Einhorns mit dem T-Kreuz kombinieren, um ein Ankh-Kreuz zu erzeugen. Aber das wäre dann doch kein richtiges Ankh...
Anmerkungen
(1)Diese These ist im Jahre 2001 auch von den zwei Stuttgarter Autoren Klaus Humpert und Martin Schenk in Buch und Film vorgebracht worden leider waren sie nicht bereit und willens, tiefer in den Planungsprozess der Städte einzudringen.
(2) Hansmartin Ungericht, der mit dem Ulmer Spatzen wohl als erster eine Grundrissfigur publik gemacht hat, möchte diese Figuren im Vertrauen auf alte Urkunden und Chroniken als Archetypen aus der grauen Vorzeit überliefert wissen.